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Ausraster des Vaters

Zusammenfassung: Mein Vater (52) hat immer häufiger "Ausraster" und wird aggressiv. Was können wir nur tun?

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Ausraster des Vaters

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Frage: 
Schriftsteller: Martin Winkler
Erste Version: 19 Feb 2003.
Letzte Änderung: 06 Feb 2004.

Mein Vater (52) hat immer häufiger "Ausraster" und wird aggressiv. Was können wir nur tun?

Antwort:

Hier eine Schilderung der Problematik: Mein Vater "spinnt" immer häufiger. Er setzt meine Mutter, mich (17) und meine Schwester unter Druck, schreit uns an und reagiert immer häufiger unbegründet gereizt. Gestern hat er meine Mutter geschlagen und zuvor eine Wohnungstür zertrümmert. Es musste sogar die Polizei kommen, die hat aber nichts unternommen. Früher war er ab und an auch mal so (1-2 mal jährlich), aber jetzt ist es extrem mit diesen "Anfällen". Was können wir tun?

Nach dieser Schilderung muss man davon ausgehen, dass weit mehr als gelegentliche Streitigkeiten bzw. Wutanfälle als Auslöser in Frage kommen. Die Schilderung lässt auf jeden Fall an eine psychiatrische Ursache denken, die eigentlich behandelt werden müsste. Mögliche Ursachen für eine derartige Wesensänderung können z.B. sein:

  • Alkoholismus bzw. Folgen eines chronischen Alkoholmissbrauchs oder andere Suchterkrankung

  • manisch-depressive Erkrankung mit gereiztem Verhalten

  • hirnorganische Wesensänderungen (z.B. nach Unfall, Blutungen im Gehirn, Tumor

  • Verfolgungs- oder Beeinträchtigungsideen bei einer Psychose

    Ausserdem gibt es eine immer wieder einsetzende "Wutstörung", d.h. scheinbar ohne erkennbaren Anlass treten solche geschilderten Wutausbrüche auf. Natürlich wären auch noch weitere Ursachen bzw. Auslöser zu diskutieren (z.B. auffällige Persönlichkeitsstruktur / Persönlichkeitsstörungen).

    Egal, aber was die Ursache ist. Wenn der Betroffene selber nicht die Notwendigkeit für eine psychologische Hilfe bzw. psychiatrische Diagnostik und Behandlung sieht, ist zunächst an den Schutz der betroffenen Familienmitglieder zu denken! Es ist also völlig richtig, in einer Bedrohungssituation auch die Polizei zu rufen. In Deutschland kann bei einem begründeten Verdacht auf eine psychiatrische Ursache eines solchen "Anfalls" auch eine Begutachtung durch einen Facharzt für Psychiatrie angefordert werden. In aller Regel wird dies bereits von der Polizei angesprochen und über das Ordnungsamt in die Wege geleitet. Viele Familien haben jedoch verständlicherweise Bedenken, einen solchen Schritt zu veranlassen (da damit auch eine Einweisung in eine psychiatrische Klinik verbunden ist). Dann sollte man auf jeden Fall selber Hilfe in einer Beratungsstelle, bei einem Arzt oder einem Psychologen suchen!

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Information: Die medizinischen und psychologischen Informationen auf dieser Seite sind allein zur Information über Medizin und Psychologie gedacht. Die Texte ersetzen nicht die Beratung durch einen Arzt oder Psychologen. Die Auskunft auf unserem Gesundheitsportal ersetzt nicht eine Diagnostik und Behandlung bei einem Arzt bzw. Psychiater oder Psychologe. Sie sollten daher nicht anhand der alleinigen Informationen eine bestehende Behandlung ändern. Wenn Sie fehlerhafte medizinische oder psychologische Antworten gefunden haben, schreiben Sie bitte an [email protected].
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