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Rauchen als Selbstmedikation - Warum Menschen mit psychischen Problemen häufig Rauchen

Zusammenfassung: Bei einigen Menschen mit psychischen Problemen (Schizophrenie, Depression, ADHS) kann Rauchen (Nikotin) eine Art Selbstmedikation sein.

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Rauchen als Selbstmedikation - Warum Menschen mit psychischen Problemen häufig Rauchen

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Schriftsteller: Martin Winkler
Erste Version: 19 Jul 2004.
Letzte Änderung: 19 Jul 2004.

Schaut man sich unter Menschen mit psychischen Problemen um, so fällt auf, dass ein Grossteil dieser Patienten Raucher sind. Dies gilt für deutsche Psychiatrien ebenso wie für amerikanische Gesundheitseinrichtungen.

In Chicago hat sich jetzt ein Arzt (Dr.McGeehee) etwas intensiver mit der Thematik der Selbstmedikation von Nikotin beschäfigt. Damit ist gemeint, dass bestimmte Menschen eigentlich als Drogen bzw. gesundheitlich schädliche Stoffe zu sich nehmen, weil sie sich damit (kurzfristig) besser fühlen). Während ca 25% aller Amerikaner Raucher sind, fand er bei 95% der Patienten mit einer Schizophrenie und ca 50% der depressiven Patienten ein Nikotinkonsum. Auch bei Menschen mit ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom) ist ein sehr viel früher Gebrauch von Zigaretten und eine stärkere Abhängigkeit von Nikotin zu verzeichnen.

Woran liegt das ? Nikotin setzt im Gehirn vermehrt den Botenstoff Dopamin frei bzw. hemmt die Rückaufnahme des Stoffes in die Nervenendigungen. Letztlich steht somit mehr Dopamin für die Nervenübertragung im Gehirn zur Verfügung. Da aber Dopamin u.a. für Wohlbefinden und Belohnung zuständig ist, ist es recht naheliegend, dass sich schwer betroffene Patienten mit einem Funktionsdefizit in diesem Bereich mit "Zigaretten" selbst "behandeln". Erkrankungen bei denen man einen wesentlichen Einfluss von Dopamin vermutet sind u.a. Depressionen, ADHS, Schizophrenie aber auch Parkinson oder Alzheimer-Erkrankungen.

Sollte man jetzt also bewusst zur Zigarette greifen ?

Die Antwort ist natürlich NEIN ! Die langfristig negativen Folgen von Zigaretten mit den bekannten Gesundheitsgefahren sind so schwerwiegend, dass man da nur drigend abraten kann und muss. Aber Ärzte sollten es bedenken, dass man den positiven Effekt auf das Dopaminsystem ausnutzen kann. Dies kann u.a. durch andere Medikamente (z.B. Antidepressiva, Methylphenidat) aber möglicherweise in Zukunft auch stärker durch Nikotin-ähnliche Substanzen erzielt werden.

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Information: Die medizinischen und psychologischen Informationen auf dieser Seite sind allein zur Information über Medizin und Psychologie gedacht. Die Texte ersetzen nicht die Beratung durch einen Arzt oder Psychologen. Die Auskunft auf unserem Gesundheitsportal ersetzt nicht eine Diagnostik und Behandlung bei einem Arzt bzw. Psychiater oder Psychologe. Sie sollten daher nicht anhand der alleinigen Informationen eine bestehende Behandlung ändern. Wenn Sie fehlerhafte medizinische oder psychologische Antworten gefunden haben, schreiben Sie bitte an [email protected].
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